...wo wird sie enden, die Reise...

Oct. 30th 2006 - Chapter 9 ~ ♪ ~ ♫


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II

Ein Stein schlug gegen den Nächsten, der daraufhin nach weiteren Steinen zum Anschlagen suchte.
Lei Meng stand angelehnt an eines der Wagons, ihre Hände auf dem Rücken verschränkt, der Blick zu Boden gerichtet. Sie seufzte unmerklich. Ihre Gedanken waren zerstreut, sie war verwirrt, doch eines war ihr klar: Sie stimmte nicht mit ihrem Bruder über ein. Egal wie sehr sie ihn auch lieben würde und unterstützen würde in jeder Aussage, die er machte… mit dieser, heute an den Abend gelegte, war sie nicht einverstanden.
Ein Klopfen ließ sie aufschrecken und in zwei saphirblaue Augen blicken. Kite war herangetreten und ein unsicheres Lächeln zierte sein Gesicht. Lei Meng rollte nur genervt die Augen und drehte sich zum Gehen von ihm weg. „Warte!“ Der Junge packte ihr Handgelenk. „Es tut mir ja Leid. Ich scheinen einen wunden Punkt getroffen zu haben!“ Er senkte seinen Blick. „ Aber ich habe euch nicht verletzen wollen!“, schob er hastig hinterher. Das kleine Mädchen blickte ihn mit einem gleichgültigen Gesichtsausdruck an, schüttelte dann sachte den Kopf und begab sich in die Hocke. Mit einem kleinen Stöckchen schrieb sie das Zeichen für Yujin (愈勁 hin. Zeichen an Zeichen setzend, entnahm Kite, dass nicht er verantwortlich sei für ihren momentanen Zustand, sondern ihr Bruder, in dem sie Unverständnis und Ignoranz fand. „Das ist es also, was dich so traurig stimmt! Du fühlst dich nicht verstanden, nicht wahr? Du fühlst dich im Stich gelassen! Wie einsam du dich doch fühlen musst!“ Das Mädchen nickte. Verbittert schrieb sie: „ Er hat sie vergessen!“ Für einen kurzen Moment hielt sie inne und Kite konnte ein leises Schluchzen vernehmen. „Sind unsere Eltern denn wirklich nicht mehr? Haben sie uns verla…“ Das Stöckchen brach. Das Mädchen kniff die Augen zusammen. Ihre Tränen tropften auf den Grund. Ihre Wut und Kummer hatten sich auf das Stöckchen ausgewirkt und zum Brechen gebracht. Ihr war übel. Ihr Kopf bebte, überhaupt ihr ganzer Körper bebte. Sie war verwirrt, sie wusste nicht mehr, was sie denken sollte. War sie vielleicht diejenige gewesen, die in Ignoranz gelebt hatte und tat ihrem Bruder Unrecht? „Nein!“ Lei Meng öffnete die Augen und fand sich in Kites Armen wieder. „Nein, sie haben euch nicht verlassen! Sie sind noch da! Spürst du denn ihre Anwesendheit nicht? Fühlst du nicht, dass sie über euch wachen?“ Er blickte zum Himmel. „Sie sind da, dort oben und beobachten dich und Yujin. Ihr dürft sie nur nicht vergessen. Denn das wäre das Schlimmste! Dann wären sie wirklich für immer und ewig verloren!“ Er löste sich von ihr und fasste sich ans Herz. „Meine leben weiter…hier drin. Solange auch ihre eure Eltern im Herzen tragt, wenn ihr dort einen Platz für sie habt, leben sie weiter. Ihr schenkt ihnen somit ein ewiges Leben und keiner kann sie euch nehmen! – Nur ihr allein könnt sie verdrängen!“ Kite lächelte dem verwirrten Mädchen aufmunternd zu. Ganz langsam schoben sich ihre Mundwinkel nach oben. Sie beugte sich über den Grund und setzte Striche an Striche. „謝謝, 哥哥.“ Lei Meng schluchzte nun lauter, war aber erleichtert, unglaublich froh. Endlich hatte jemand verstanden. Endlich sprach ihr jemand aus der Seele. Ihre Eltern mögen tatsächlich körperlich von ihnen gegangen sein, dennoch existierten sie doch, in ihren Herzen. Denn wir sind es doch letztendlich, die die Lebensdauer bestimmen. Jemand mag noch so fern sein, in Wirklichkeit kann er aber sehr nah sein, wenn wir es denn zu lassen. „Wir müssen unser Leben genießen! Denn vergiss nicht, sie schauen dir zu. Wenn du lachst, sind auch ihre Herzen mit Lachen erfüllt. Wie besorgt sie doch seien, wenn sie beobachten müssen, wie ihre Schützlinge von Kummer und Sorgen geplagt sind. Also sei nicht verbittert und lächle. Schau zum Himmel, winke ihnen zu und schenk ihnen ein Lächeln!“ Kite sprang frohen Mutes auf, richtete sein Blick zum Himmel und winkte. „Hier bin ich, seht ihr? Ich schenke euch mein Lächeln!“ Lei Meng zögerte nicht lange, sprang ebenfalls auf und machte es ihm gleich. Zum ersten Mal seit langem, strahlte sie aus ganzem Herzen. Ihr ist, als seien die Ketten, die um ihr Herz gelegt waren, gelöst worden. Und sie war Kite unglaublich dankbar dafür. „Ja, hier sind wir!“, dachte sie. „Wir werden euch nie vergessen. Wir werden euch nicht sterben lassen!“
11.6.06 11:07
 



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