...wo wird sie enden, die Reise...

Oct. 30th 2006 - Chapter 9 ~ ♪ ~ ♫


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Chapter Ten

"Endstation: Ponterra! ~ Da wären wir!", rief Yujin lachend aus, während Minas Mund ein Lächeln umspielte. Kite jedoch war traurig gestimmt. "Dann heißt es wohl Abschied nehmen?!" Auch Lei Meng guckte traurig drein. Man könnte meinen, dass die Zwei um die Wette bedrückt drein schauen. (Wer von beiden als Gewinner hervorgeht, bleibt dem Leser überlassen =P)
"Was ein Anfang hat, muss auch ein Ende haben...So wird ein Treffen auch immer einen Abschied mit sich ziehn." Tsao Peng war hervor getreten. Sein Gesicht war noch müder als gestern, doch versuchte er anstrengt dies mit einem Lächeln zu verdrängen. Mina wurde wieder stutzig. Kite merkte davon gar nichts und schaute mit Lei Meng nur noch betrübter drein. "Aber wir haben ja noch ein wenig Zeit. Zeit, die man sehr gut nutzen sollte, da sie sonst als verschwendet gilt!" Der Alte wand sich seiner Enkelin zu, " Lei Meng, verbringe du doch mit deinen neuen Freunden den Rest der Zeit und lad sie doch zu unseren Aufführung am Binguan ein!" Das kleine Mädchen horchte auf und erstrahlte über das ganze Gesicht. Sie nickte eifrig, fasste Mina und Kite an den Handgelenken und zog sie Richtung Stadtor. "OI! Ich will auch...", setzte Yujin an, wird aber sofort von Tsao Peng gestoppt, woraufhin der Junge zu schmollen anfing. Mina wurde nur noch skeptischer und schaute den beiden nach, wie sie im Wagon verschwanden, während sie von Lei Meng immer näher Stadttor gepusht werden.
30.10.06 19:47


II

Die Stadt war groß und von einer hohen Stadtmauer umgeben. Jeder der rein wollte, musste sich in eine lange Schlange reihen, die nur langsam vorwärts glitt. Es waren Besucher verschiedener Herkunft vertreten, die die Stadt aufsuchten. Kite kam kaum aus dem Staunen heraus. Auch Mina ließ ihren Blick schweifen und blickte hin und wieder auf ihre Armbanduhr. Lei Meng war eher ungeduldig und hüpfte von einem Bein aufs andere. Sie sah es als riesen große Zeitverschwendung an, sich in diese Schlange zu gliedern. Sie grummelte vor sich hin, verschränkte die Arme vor der Brust, ließ sie wieder sinken, blies ihr Backen auf und rümpfte ihre Nase. Nach einer halben Stunde in etwa, konnten sie endlich die Stadt betreten, die kunterbunt geschmückt war. Häuser aus hellem Stein ragte aus dem Boden empor. Einige von ihnen dienten als Pubs, in denen Saufgelage veranstaltet wurden, andere als Raststätte, Gasthäuser, andere als Boutiquen mit den schönsten Moden aus aller Welt. Mehrere Schmiede waren vorhanden und am prägensten war der Riesenmarkt. Überall saßen und standen Händler, die versuchen ihre Waren zu verticken, was ihnen nicht sonderlich schwer fielen, bei diesem Massenandrang von Käufern. Während Kite und Lei Meng fröhlich vor sich hinglucksten und schon anfingen die Waren zu begutachten, guckte Mina finster drein. Hier iwar das reinste Paradies für Taschendiebe...
30.10.06 20:13


III

Kurz darauf schrie eine mollige Dame auch schon "Haltet ihn! Haltet ihn!" Mina seufzte und hob nur die Schultern "War ja sowas von klar!" Anstatt sich zu bewegen beäugte das Mädchen nur das Opfer und schüttelte den Kopf. "Wenn man den Prunk so raushängen lassen muss, ist es ja wohl klar, dass man als erstes zum Opfer fallen wird." Die Dame war in einer rot-violetten Seidenrobe eingekleidet, massig mit Hermelinfell ausgestattet, an den Stellen, die ihre Rundungen auch noch betonten. Alles glitzerte und funkelte an ihr. Es war schon kein schöner Anblick mehr. Lei Meng musste ihre Augen schon zuhalten, so sehr blendete es. "Ach, was regt die sich überhaupt darüber auf, sie hat doch genug. Als ob ihr ein paar Kreuzer was ausmachen würde....!" nuschelte Mina vor sich hin und drehte sich zum Gehen um. "Komm Lei Meng!...Kite du auch...."Kite?"
Der Junge war dem Dieb sofort an den Fersen gewesen, im Gegensatz zu den anderen Besucher Ponterras, die sich wie Mina kein bisschen für die Sache interessiert hatten. Und Kite war sogar erfolgreich, heißt, es war nicht sonderlich schwer gewesen den Dieb zu fassen. Es war ein kleiner Junge im Alter von Lei Meng, gekleidet in Lumpen, der sich ein wenig Geld zum Essen gestehlt hatte. Das änderte dennoch nichts daran, dass er ein Verbrechen begangen hatte. So wurde er von Kite zu seinem Opfer geführt und zum Entschuldigen genötigt. Mina gähnte. Auch das war klar, dass Kite dem Dieb hinterhergesprintet war. Aber halt, sie bemerkte, dass etwas an ihrem Freund fehlte. Seine Flöte, die er sich in seinen Gürtel gesteckt hatte, war nicht mehr an seinem Ort. Hektisch blickte sie herum und verschwand unter die Menge.

"Mmh...für wieviel krieg ich die wohl vertickt?" Eine Person tauchte in der dunklen Seitengasse unter. Man konnte kaum von ihr Notiz nehmen, wäre dieses glänzende Elfenbein eines Instrumentes nicht, das sie in ihrer Hand drehte.
30.10.06 21:18


IV

Kite hatte es wirklich geschafft, dass der Junge seine Beute vollständig zurückgab und sich entschuldigte. Dass er seine Flöte vermisste fiel ihm weiterhin nicht auf. Er lächelte zufrieden, verschränkte die Arme vor der Brust und nickte bei den Worten des Jungens.
Mina während dessen drängelte sich durch die Menge und hielt nach der Flöte Ausschau. Lei Meng, die man nicht eingeweiht hatte, blieb verwirrt stehen, ihren Hachikurou im Arm streichelnd. Sie tappte vorsichtig zu Kite heran und grinste ihn breit an. Dieser grinste zurück und streckte ihr den nach oben zeigenden Daumen entgegen, was das Mädchen ihm gleich tat. [GAI & LEE?? XD]
Ein leises Kichern war aus der Seitengasse zu vernehmen. "Naiver kleiner Junge. Legst einen Megaspurt zurück, um anderen den Besitz wiederzubeschaffen und deinen Besitz zu verlieren...törichter Junge!" Amüsiert beachtete die Person weiterhin die Szenerie.
Die mollige Dame plusterte sich auf, statt ein paar Dankesreden an Kite zu richten, wurde sie beinah zu hysterisch. "Was ist dies hier nur für eine Stadt, wo keinem Sicherheit geboten wird? Was ist das für eine Stadt, wo man es noch nichtmal schafft Kindern Benehmen beizubringen! Was ist das für eine Stadt, die solche Mistkröten zeugt. Man sollte euch alle auspeitschen und den Krokodilen zum Fraß werfen." zischelte sie. - Die Person verschränkte seine Arme in der Seitengasse und seufzte resigniert "Naiver Junge, was hast du dir nur dabei gedacht den armen Jungen auszuliefern. Du hast kein Herz ... Jetzt geh ich erst recht mit Freuden das kleine Ding hier verscheppern!" Sie wollte sich gerade zum Gehen umdrehen, als ein Schlaggeräusch ertönte. "Der arme Junge, nun hast du ihn auch noch Schlägen ausgesetzt! Schäm dich!". Die Person warf einen Blick über die Schulter. Kite hatte sich schützend vor den kleinen Jungen geworfen.
30.10.06 21:47


V

"oi?!" Die dunkle Gestalt trat aus der Gasse und näherte sich dem Geschehen. Dabei hatte Mina die Person gerade entdeckt, wollte sie auch schon ergreifen, als sie ebenfalls den Schlag vernahm. "Kite!" Sie stürzte zu ihrem Freund, der bereits einige Schläge kassierte. "Was soll das?", fauchte das Mädchen die Frau an. "Er hat ihnen ihre verdrecktes Geld wiederbeschafft und erhält dies als Dank?" - "Hmpf!" Die Frau blies ihre Backen auf und schaute gleichgültig auf die Kinder herab "Ich hab ihm nicht befohlen, dass er sich vor meine Füße legen soll, um das Stück Gülle zu schützen." Sie trat noch einmal gegen Kite. "und Wer weiß, vllt. steckt ihr alle auch unter einem Hut und wollt Belohnungsgeld kassieren." Sie trat nochmal zu. "Das ist ja wohl die Höhe!" Mina bauschte sich auf und krempelte ihre Ärmel hoch. Sie war kurz davor der Frau eine zu scheuern. "Nicht...Mina!" Kite lächelte schwach und schüttelte sachte den Kopf. "Wegen mir musse nicht auch eine schlechte Tat begehen." Dann drehte Kite seinen Kopf wieder zur Frau. "Hauen und treten sie nur zu, wenn das ihr Gemüt besänftigt. Mir macht es nichts aus...nur lassen sie den Jungen in Ruhe!" Kite lächelte noch einmal. Er war kurz vorm Umkippen. "Hmpf!" Jetzt war es der Frau doch ein wenig peinlich, dass sie sich an wehrlosen Jungen vergreift. "Hmpf!" Beschämt drehte sie sich um und verschwand in der Menge, sofern es ging.
30.10.06 22:04


Chapter Nine

"So dunkel...so unglaublich dunkel!". Kite öffnete die Augen. Es ist pechschwarze Nacht. Er befindet sich mitten auf einem leeren Marktplatz, der von Steinhäusern eingerahmt war, die seltsamerweise sehr bedrohlich wirkten. Seine blauen Augen erkundschaften die Gegend. Wo war er gelandet? Wo sind die anderen? Wo ist Mina...Lei Meng...Yujin? Fragen über Fragen reihten sich in seinem Gehirn zusammen auf die er allerdings keine Antwort fand. Kite runzelte seine Stirn und setze zum Nachdenken einen Finger ans Kinn. "Denk nach! Denk nach! Wie kommst du zu solch einem Ort?" Er seufzte unmerklich. Bevor sich nur ein Rädchen in seinem Gehirn drehen konnte, vernahm er ein leises, entferntes Schluchzen, das ihn aus seinem Gedanken riss. "...Hilfe..." Er schaute auf, "Wer ist da?..., Mina? Lei Meng? Yujin? Mr. Tsao Peng?" Langsam setze er einen Fuß vor den anderen und bekam ein immer klareres Bild. 10 Meter von ihm entfernt saß eine in sich gekauerte Person. Kite näherte sich ihr und erkannte alsbald, dass es sich um Lei Meng handelte. "Lei Meng?...", fragte er verunsichert. Eine tröstende Hand legte sich um das kleine Mädchen, die offensichtlich Mina gehörte. "Mina?" Kite näherte sich noch ein Stück. Lei Mengs Gesicht war ganz nass. Kite blieb stehen und sein Blick folgte stumm einer Träne, die sich auf Lei Mengs Hand wiederfand, wo sie sich mit dem dort befindlichen Blut vermischte. "Was zur...?!" Er beobachtete weiterhin wie das Blut auf den Boden tropfte und sich eine große Blutlache bildete, die bis zu seinen Füßen ausweitete. Fassunglos wich er zurück und hob den Blick. Da sah er wieder diese vermummte Gestalt aus seinem ersten Traum. Er sah, wie sich das Phantom über seine Freunde beugte. "Du!" schrie Kite mit einem Mal. Hektisch und nervös richtete er seinen Blick wieder auf Lei Meng und Mina, dann wieder zum Phantom. Er verspürte nichts Gutes. Er wachte aus seiner Starre auf und steuerte seine Freunde an. Da drehte die Gestalt seinen Kopf Richtung Kite. Zwei rote Augen funkelten auf und ein großes Feuer entbrannte, das eine Wand zwischen Kite und den zwei Mädchen bildete. Es nahm Kite die Sicht. " Nein!", schrie er und hob abwehrend seine Arme. Dennoch hielt es ihn nicht davon ab, verzweifelt zu den Mädchen vorzudringen. Schmerzen durchfuhren den Jungen. Seine Haut schmolz unter der Hitze. Seine Augen brannten. "NEEEEEEEEEIIIIN!!!!" Sein Schrei klang immer verzweifelter.

"NEIN sagte ich!" Kite setzte sich kerzengerade auf. Schwer atmend blickte er um sich. Er befand sich in einem der fahrenden Wagons. "Wieso?" schluchzte er und vergrub seinen Kopf in seinen Händen.
30.10.06 17:58


II

"Kite!--" Mina war zusammen mit Lei Meng nach hinten in den Wagon gestürzt. Kite blickte weder auf noch zuckte er zusammen, als sein Name ertönte. "Wieder ein Traum?" hakte Mina vorsichtig nach und trat näher heran. Lei Meng war verunsichert, hatte sie den Jungen noch nie in diesem Zustand erlebt, was daran liegen könnte, dass sie sich erst einen Tag kannten. Sie blieb dicht hinter Mina stehen und beobachtete den Jungen, der eine Blässe aufwies, die seinen kranken Zustand andeutete. Seine braunen Haare waren nass geschwitzt, so seine Kleidung. Das kleine Mädchen jappste kurz, als sie seine blutende Hand bemerkte. Auch Mina blieb dies nicht unbemerkt. "KITE!" sie schmieß sich panisch neben ihn und packte ihn unsanft an den Schultern. "Kite!" Sie schüttelte ihn leicht. Kite wusste nicht was er antworten sollte, war er noch u sehr mit dem Traum beschäftigt. Mehr noch: Der Traum war einfach zu krass, als dass er ihn schildern könnte. Nicht nur, dass er es nicht konnte, er wollte es auch nicht. Er atmete tief durch, sehr tief, ehe er sich besann und ein schwaches Lächeln durchzuringen versuchte. "War'n blöder Alptraum!" - Mna verzog ihre Augenbrauen. "Elender Lügner!" Klar, dass Mina es dem Jungen nicht abnahm, jedoch fragte sie nicht weiter nach. Nicht, dass sie auf Grannit beißen würde. Sie wollte aber nicht zu aufdringlich werden. Sie wollte ihm genug Zeit lassen um den Traum zu verarbeiten. Schweigend ließ sie sich von Lei Meng einen sauberen Lappen und eine Mullbinde geben. Ohne die Miene zu verziehen verarztete sie ihren Freund, ehe sie sich wortkarg zu Yujin gesellte, der die Pferde führte.
Die Truppe war schon nachts wieder aufgebrochen, um in der Früh in Ponterra zu sein, hatten sie doch einen kleinen Auftritt am Abend aufzuführen.

Kite schaute seiner Freundin nicht nach. Er machte gar keine Anstalten sich mit der Umwelt auseinanderzusetzen. Aber dachte er auch nicht sonderlich mehr über den Traum nach. Sein Kopf war einfach nur leer. unglaublich leer.

Verwirrt schaute Lei Meng Mina hinterher, folgte ihr aber nicht. Stattdessen ertönten plötzlich seltsam schief klingende Töne. Kite blickte auf. Lei Meng hatte sich Kites Flöte gegriffen und versucht e ihn durch ein Flötenspiel aufzuheitern, versagte jedoch komplett. Peinlich berührt kratzte sich das kleine Mädchen am Hinterkopf. Eine Röte stieg ihr in den Kopf, einer Tomate gleich. Kite lächelte sanft, winkte sie dann zu sich. "Das muss du aber noch üben!" Er grinste breit, ehe er das Instrument an seine Lippe setzte. Lei Meng lächelte schüchtern, ehe sie sich an Kite kuschelte und der Melodie lauschte.

Mina warf nur kurz einen Blick in den Wagon, ehe sie seufzend ihren Blick wieder nach vorne richtete und das Schild Pronterra erblickte.
30.10.06 18:39


Chapter Eight

„Unser Großvater ist ein großartiger Mann, müsst ihr wissen! Als unsere Heimat Payon fast bankrott war, kam er auf die glorreiche Idee, einen Wanderzirkus zu gründen. Und die Ersparnisse gingen sofort nach Payon. Mittlerweile ist das ein blühender Staat. Solltet ihr auf eurer Reise auf jeden Fall besuchen!“ Yujin war so in seiner Erzählung vertieft, dass so mancher Marshmellow geschmolzen im Feuer landete. Lei Meng zog dann immer eine erzürnte Schnute, woraufhin Kite ihr aber welches von sich gab. „Wenn eure Stadt so blüht, warum zieht ihr dann immer noch umher? Warum kehrt ihr nicht zurück?“, wollte Mina wissen. Lei Meng sprang auf und schnappte sich einen Stock, mit dem sie auf sich und Yujin zeigte. Dann machte sie Gesten des Fortbewegens, schirmte hin und wieder mit der Hand ihr Gesicht und deutete damit wohl auf ein Gucken in die Ferne hin. Da Mina aber trotz der tollen Pantomime nichts verstand, übernahm Yujin mal wieder den Übersetzungspart, was ihm viele Daumen-Hochs seiner Schwester brachte.
„Nun ja, auch wenn wir schon sehr viele Städte gesehen haben, gibt es noch viel vil mehr zu entdecken!! Ich habe auf meiner Reise schon sehr viel kennenlernen dürfen, so auch meinen kleinen Freund hier.“ Lei Meng knuddelte erfreut Hachikurou, der daraufhin versuchte nach Luft zu ringen. „Außerdem, wenn ich schon nicht alleine für mich sprechen kann, sollen’s meine Bilder können. Ein Geschenk an meine Eltern.“ Das kleine Mädchen kramte aus ihrer Tasche ein Sketchbook und strich liebevoll darüber. Als Mina es sehen wollte, schüttelte der Rotschopf energisch seinen Kopf. „Meinen Eltern gebührt der erste Blick!“ – „Verstehe!“ Mina zog ihre Hand zurück. „Was muss das schön sein Eltern zu haben!“ Kite lächelte traurig und senkte seinen Blick. Er war aber nicht der Einzige. Auch Yujin ließ seinen Blick schweifen. „Wie geht’s ihnen? Vermisst ihr sie nicht, wenn ihr solange unterwegs…….“ Mit einem Mal hielt Mina ihrem Freund den Mund zu. Zu Spät. Lei Meng biss sich verbittert auf die Lippe. Ihr kleiner Körper zitterte. Ihre Hände waren zu Fäusten geballt. Yujin hob nur sachte seinen Kopf, betrachtete schweigend seine Schwester, eher er zu sprechen anfing. „Sie…Sie sind nicht mehr!“ Lei Meng schüttelte verärgert und verzweifelt zugleich ihren Kopf. „Lei Meng, du musst das akzeptieren, sie leben nicht mehr in dieser Welt!“ Nun traten dem kleinen Mädchen Tränen ins Gesicht, die sie energisch wegzuwischen versuchte, ehe sie sich umdrehte und in die Finsternis lief. Sie wollte einfach weg von der Gruppe, allein sein. Sie fühlte sich so einsam und nicht verstanden. Ihr Bruder schaute ihr nur nach, keine Gestalten machend ihr zu folgen. Er musste es auch nicht. Kite sprang auf und eilte ihr nach. ~Yujin ließ seinen Kopf hängen. „Weißt du Mina, sie war nicht immer so, meine kleine Schwester.“ Sein trüber Blick suchte das lodernde Feuer. „Sie ist auch nicht von Geburt aus stumm!“ Ein trauriges Lächeln huschte über seine Lippen. „Sie hat sich nur dem Sprechen versagt.“


jetzt bitte auf play klickn XD~ genießt den Rest des Kapitels mit der himmlischen Musik!
9.6.06 22:19


II

Ein Stein schlug gegen den Nächsten, der daraufhin nach weiteren Steinen zum Anschlagen suchte.
Lei Meng stand angelehnt an eines der Wagons, ihre Hände auf dem Rücken verschränkt, der Blick zu Boden gerichtet. Sie seufzte unmerklich. Ihre Gedanken waren zerstreut, sie war verwirrt, doch eines war ihr klar: Sie stimmte nicht mit ihrem Bruder über ein. Egal wie sehr sie ihn auch lieben würde und unterstützen würde in jeder Aussage, die er machte… mit dieser, heute an den Abend gelegte, war sie nicht einverstanden.
Ein Klopfen ließ sie aufschrecken und in zwei saphirblaue Augen blicken. Kite war herangetreten und ein unsicheres Lächeln zierte sein Gesicht. Lei Meng rollte nur genervt die Augen und drehte sich zum Gehen von ihm weg. „Warte!“ Der Junge packte ihr Handgelenk. „Es tut mir ja Leid. Ich scheinen einen wunden Punkt getroffen zu haben!“ Er senkte seinen Blick. „ Aber ich habe euch nicht verletzen wollen!“, schob er hastig hinterher. Das kleine Mädchen blickte ihn mit einem gleichgültigen Gesichtsausdruck an, schüttelte dann sachte den Kopf und begab sich in die Hocke. Mit einem kleinen Stöckchen schrieb sie das Zeichen für Yujin (愈勁 hin. Zeichen an Zeichen setzend, entnahm Kite, dass nicht er verantwortlich sei für ihren momentanen Zustand, sondern ihr Bruder, in dem sie Unverständnis und Ignoranz fand. „Das ist es also, was dich so traurig stimmt! Du fühlst dich nicht verstanden, nicht wahr? Du fühlst dich im Stich gelassen! Wie einsam du dich doch fühlen musst!“ Das Mädchen nickte. Verbittert schrieb sie: „ Er hat sie vergessen!“ Für einen kurzen Moment hielt sie inne und Kite konnte ein leises Schluchzen vernehmen. „Sind unsere Eltern denn wirklich nicht mehr? Haben sie uns verla…“ Das Stöckchen brach. Das Mädchen kniff die Augen zusammen. Ihre Tränen tropften auf den Grund. Ihre Wut und Kummer hatten sich auf das Stöckchen ausgewirkt und zum Brechen gebracht. Ihr war übel. Ihr Kopf bebte, überhaupt ihr ganzer Körper bebte. Sie war verwirrt, sie wusste nicht mehr, was sie denken sollte. War sie vielleicht diejenige gewesen, die in Ignoranz gelebt hatte und tat ihrem Bruder Unrecht? „Nein!“ Lei Meng öffnete die Augen und fand sich in Kites Armen wieder. „Nein, sie haben euch nicht verlassen! Sie sind noch da! Spürst du denn ihre Anwesendheit nicht? Fühlst du nicht, dass sie über euch wachen?“ Er blickte zum Himmel. „Sie sind da, dort oben und beobachten dich und Yujin. Ihr dürft sie nur nicht vergessen. Denn das wäre das Schlimmste! Dann wären sie wirklich für immer und ewig verloren!“ Er löste sich von ihr und fasste sich ans Herz. „Meine leben weiter…hier drin. Solange auch ihre eure Eltern im Herzen tragt, wenn ihr dort einen Platz für sie habt, leben sie weiter. Ihr schenkt ihnen somit ein ewiges Leben und keiner kann sie euch nehmen! – Nur ihr allein könnt sie verdrängen!“ Kite lächelte dem verwirrten Mädchen aufmunternd zu. Ganz langsam schoben sich ihre Mundwinkel nach oben. Sie beugte sich über den Grund und setzte Striche an Striche. „謝謝, 哥哥.“ Lei Meng schluchzte nun lauter, war aber erleichtert, unglaublich froh. Endlich hatte jemand verstanden. Endlich sprach ihr jemand aus der Seele. Ihre Eltern mögen tatsächlich körperlich von ihnen gegangen sein, dennoch existierten sie doch, in ihren Herzen. Denn wir sind es doch letztendlich, die die Lebensdauer bestimmen. Jemand mag noch so fern sein, in Wirklichkeit kann er aber sehr nah sein, wenn wir es denn zu lassen. „Wir müssen unser Leben genießen! Denn vergiss nicht, sie schauen dir zu. Wenn du lachst, sind auch ihre Herzen mit Lachen erfüllt. Wie besorgt sie doch seien, wenn sie beobachten müssen, wie ihre Schützlinge von Kummer und Sorgen geplagt sind. Also sei nicht verbittert und lächle. Schau zum Himmel, winke ihnen zu und schenk ihnen ein Lächeln!“ Kite sprang frohen Mutes auf, richtete sein Blick zum Himmel und winkte. „Hier bin ich, seht ihr? Ich schenke euch mein Lächeln!“ Lei Meng zögerte nicht lange, sprang ebenfalls auf und machte es ihm gleich. Zum ersten Mal seit langem, strahlte sie aus ganzem Herzen. Ihr ist, als seien die Ketten, die um ihr Herz gelegt waren, gelöst worden. Und sie war Kite unglaublich dankbar dafür. „Ja, hier sind wir!“, dachte sie. „Wir werden euch nie vergessen. Wir werden euch nicht sterben lassen!“
11.6.06 11:07


III

„Eine schöne Rede, nicht wahr?“ Mina hatte ihre Arme vor der Brust verschränkt. „Man mag es ihm nicht ansehen, aber manchmal bringt er schon sehr weise Worte!“ Sie lachte entzückt. Yujin und Mina waren den beiden unmittelbar gefolgt und hatten mit sehr gierigen Ohren dem Gespräch gelauscht. Auch Yujin musste ein wenig lachen. „Ja, und dafür sind wir ihm dankbar!“ Er seufzte kurz, „Ob auch ich…?“ – „Mmh?“, Mina schaute den Jungen fragend an, dessen Augenpaar das weite Firmament abzusuchen schien. Ein trauriges, aber zugleich glückliches Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Heut ist eine schöne Nacht, nicht wahr? 爸爸 ~ 媽媽.“ Mina hob eine Augenbraue, dann entspannten sich ihre Gesichtzüge wieder und sie lächelte zufrieden. Sie schaute zu ihrem Freund, der Lei Meng mit einem Flötenspiel in den Schlaf zu wiegen versuchte. „Wahrhaftig eine schöne Nacht, nicht wahr?…Kite.“
11.6.06 11:08


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